Danke-Abend am 22.01.2020 in der Alten Mälze
Am 22.Januar waren wir aktiven Mitglieder der Hospizgruppe in der Alten Mälze zu einem Danke-Abend eingeladen. Im Eingangsbereich stand ein eindrucksvolles Kunstwerk ca. 1,5mx80cm auf einer Staffelei. Die freischaffende Künstlerin Heidrun Becker aus Bergatreute, Mitglied des Ravensburger Kunstvereins, hatte das auf Holz gemalte Kunstwerk „Ohne Titel“ geschaffen und war als Überraschungsgast anwesend. Zwischen Hauptspeise und Dessert waren wir dazu eingeladen, uns darüber auszutauschen, was wir in dem abstrakt gemalten Werk sahen. Heidrun Becker mischt Bienenwachs mit Farbpigmenten und trägt viele Schichten auf, die immer wieder mit dem Bunsenbrenner angeschmolzen werden und weiterbearbeitet werden. „Irgendwann sagt das Kunstwerk: Ja, jetzt bin ich fertig – und dann ist es fertig“, so die Künstlerin, die im süddeutschen Raum und in der Schweiz sehr bekannt ist und in ihrem Leben bereits über 35 Ausstellungen gestaltet hat. „Kunst ist eine Bereicherung für die Psyche“ führte Heidrun Becker aus und schilderte in sehr persönlichen Worten, dass sie über einen langen Zeitraum hinweg ihren Mann pflegte. In dieser Zeit baute sie sich ein Atelier auf und erkannte, dass „Kunst rettet“. Sie sah der Tür Krankheit/Tod eine andere Tür gegenüber - die Kunst. Diese Sichtweise beeindruckte uns, da wir uns in unserer ehrenamtlichen Arbeit intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Das Kunstwerk regte zum Nachdenken und Nachspüren an: Manche sahen einen gewobenen Lebens-Teppich darin, in den Helles wie Dunkles eingewoben wurde. Die Goldstücke darin wurden als das Wertvolle im Leben wahrgenommen. Andere erkannten Erdschichten, die als Lebensphasen gedeutet werden können, mit vergrabenen Schatztruhen darin. Auch gesetzte Segel konnten manche von uns in den goldenen Quadraten ausmachen. Einig waren wir uns darin, dass Gold immer auf dunklem Untergrund am intensivsten leuchtet, gerade wie im Schmerz und im Leid oft das Helle und die Hoffnung aufleuchtet. Wer tiefer in die Kunst von Heidrun Becker eintauchen möchte, kann dies am Kultursonntag Bad Waldsee tun, der dieses Jahr am 29.März stattfindet. Ihre Kunstwerke sind an diesem Tag in den Kirchen und Kapellen der Seelsorgeeinheit ausgestellt.
„Man muss ein Stück verrückt sein, den Mut haben, über Grenzen zu gehen – sonst schwimmt man in der Mitte, und wer in der Mitte schwimmt kommt nicht vorwärts.“ Heidrun Becker